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Adipositas

Adipositas ist definiert als eine über das Normalmaß hinausgehende Vermehrung des Körperfetts. Adipositas ist eine chronische Krankheit mit eingeschränkter Lebensqualität und hohem Morbiditäts- und Mortalitätsrisiko, die eine langfristige Betreuung erfordert.

Die Fettleibigkeit nimmt in Deutschland seit vielen Jahren kontinuierlich zu, so dass die WHO inzwischen von einer „Epidemie“ spricht: Derzeit sind etwa 50 Prozent der erwachsenen Männer übergewichtig und ca. 18 Prozent fettleibig (adipös). Die Bundesrepublik hat Experten zufolge Tschechien, Zypern und Großbritannien als EU-Spitzenreiter in der „Rangliste der Dicken“ abgelöst. Auch bei Kindern und Jugendlichen wurde in den letzten Jahren ein kontinuierlicher Anstieg der Adipositas beobachtet. Laut einer Studie des Robert Koch-Instituts („KIGGS – Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland“) sind 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland zu dick oder bereits fettleibig. Häufig ist ein Zusammenhang zwischen Fettleibigkeit der Eltern und derjenigen der Kinder festzustellen.

Die negativen gesundheitlichen Folgen des Übergewichts sind vielfältig. Als häufigste Komplikationen treten auf: insulinunabhängige Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Störungen des Fettstoffwechsels, Gallenblasenerkrankungen, bestimmte Krebsarten sowie psychosoziale Probleme. Darüber hinaus ist Adipositas im Kindesalter ein erheblicher Risikofaktor für Adipositas im Erwachsenenalter, d.h. adipöse Kinder tragen ein erhöhtes Risiko, im frühen Erwachsenenalter oder schon davor eine der genannten Erkrankungen zu entwickeln.

Die Gesundheitssysteme konzentrieren sich bislang vor allem auf die Behandlung der Folgen des Übergewichts. Damit wird es aber erst zum medizinischen Problem. Adipositas ist eine Krankheit, deren Prävention weniger Kosten verursacht als die Behandlung aller Folgekrankheiten, die durch sie begünstigt werden. Effektive Maßnahmen sollten also insbesondere im vorbeugenden Bereich liegen. Der Kampf mit Übergewicht und Adipositas erfordert Maßnahmen, die über eine bloße gesundheitsförderliche Ernährung hinausgehen. Sie stellt eine Verzahnung komplementärer Handlungsfelder und eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe dar, die auf die Änderung adipogener Lebensbedingungen zielen muss.

Bei der Bekämpfung von Übergewicht und Adipositas gilt das Prinzip „Fordern und Fördern“. Dabei ist der Schlüsselfaktor in der frühkindlichen Bildung und Erziehung zu sehen. Die Deutsche Kinderhilfe fordert hier gesamtgesellschaftlich Anstrengungen, um das Problem als solches zu erkennen und schnelle, effektive und nachhaltige Maßnahmen zu einer Bekämpfung zu ergreifen.

Lesen Sie hier die Stellungnahme der Deutschen Kinderhilfe hier.