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Die Stimme für Kinder

29.04.2010

Deutsche Kinderhilfe fordert eine Impfpflicht für Kinder: Laxe deutsche Impfpraxis verhindert Ausrottung der Masern

Die Deutsche Kinderhilfe unterstützt ausdrücklich die Forderung des Präsidenten des Verbandes der Kinder- und Jugendärzte Wolfram Hartmann nach einem Nachweis über den Masern-Impfschutz der Kinder vor der Aufnahme in eine staatlich geförderte Kita.

Die „liberale“ Einstellung, die in Deutschland das Impfen unter Freiwilligkeit stellt, führt dazu, dass Deutschland im internationalen Vergleich schlecht abschneidet und das Ziel der WHO, die Masern – die alles andere als eine harmlose „Kinderkrankheit“ sind – bis 2010 auszurotten, nicht mehr erreicht werden kann.

Die Impfbereitschaft der Eltern in Deutschland ist ein großes Problem. Immer noch entscheiden sich zu weinig Eltern für eine Impfung ihrer Kinder. Dabei gehören Impfungen zu den effektivsten Präventionsmaßnahmen für eine Vielzahl von Infektionskrankheiten. Ihre Förderung sollte ein vorrangiges Ziel der Gesundheitspolitik sein. Doch leider erreicht Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern nur unbefriedigende Durchimpfungsraten: Vor allem bei Jugendlichen und Erwachsenen bestehen wesentliche Impflücken.

Insbesondere die Erstimpfung, die bei Säuglingen zu einer Grundimmunisierung führt, darf nicht zu spät vorgenommen werden. Aber auch die Vernachlässigung der Folgeimpfungen kann fatale Folgen haben. Je älter ein Patient bei der Erkrankung ist, desto höher ist das Risiko für schwerwiegende Nachfolgeerkrankungen wie Gehirnhaut- oder Lungenentzündung. Diese Krankheiten können tödlich verlaufen.

„Die Deutsche Kinderhilfe fordert seit Jahren die gesetzliche Impfpflicht vor Eintritt in Kindergarten und Schule. Auch wenn es bis dahin noch ein weiter Weg ist, sollte diese ein langfristiges Ziel der Gesundheitspolitik sein“,  so Georg Ehrmann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Kinderhilfe in Berlin.